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Dr. Thomas Gebhart, Abgeordneter im Mainzer Landtag, kandidiert nun für den Deutschen Bundestag. Damit die südpfälzischen CDU’ler und alle anderen, die es interessiert, ein bisschen mehr über seine Beweggründe erfahren, haben wir ihn besucht und uns mit ihm unterhalten. Hier das Interview:
Melanie Jäger: Thomas, vor einem Dreivierteljahr haben Dich die CDU-Kreisverbände Landau, Südliche Weinstraße und Germersheim mit einem hervorragenden Abstimmungsergebnis zum Kandidaten für die Bundestagswahl nominiert. Was hat sich seitdem verändert?
Thomas Gebhart: Die Themen und die Termine sind viel umfangreicher geworden. Ich informiere mich jetzt in einem viel größeren Gebiet mit viel mehr Leuten über deren Belange, Wünsche und Probleme. Ich habe sehr viele Menschen, Organisationen, Firmen und Initiativen persönlich kennengelernt. Dieser direkte Kontakt ist mir wichtig. Nur so weiß ich, wo der Schuh wirklich drückt. Die Arbeit für meinen Landtagswahlkreis läuft natürlich wie gewohnt weiter.

Melanie Jäger: Und das macht noch Spaß?
Thomas Gebhart: Und wie. Sicher ist mein Terminkalender voll wie noch nie, aber die Arbeit bereitet mir Freude und bringt immer neue Herausforderungen. Manche Abgeordneten arbeiten ja noch Teilzeit in der freien Wirtschaft, aber ich halte es für richtig und wichtig, meine ganze Kraft und Zeit für die Abgeordnetentätigkeit zu verwenden. Dafür bin ich ja schließlich gewählt. Und, wie gesagt, ich mache das sehr gerne. Ich bin gerne Landtagsabgeordneter, und ich würde auch gerne die ganze Südpfalz in Berlin vertreten.
Melanie Jäger: Was hat Dich zur Kandidatur bewogen?
Thomas Gebhart: Die neue Herausforderung und die Freude daran, meine Heimat politisch zu vertreten. Ja, das vor allem. Die Südpfalz ist eine tolle Gegend mit tollen Menschen, die eine starke Vertretung in Berlin verdient. Das ist genau mein Ding, das möchte ich machen.
Melanie Jäger: Und wenn es klappt, wenn Du gewählt wirst – ziehst Du dann um in Hauptstadt?
Thomas Gebhart (lacht): Nein, selbstverständlich bleibe ich hier in Jockgrim wohnen. Um die Südpfalz in Berlin zu vertreten, brauche ich einen ganz engen Kontakt zu der Region. Ich muss ja wissen, was ich vertrete. Auch meinen Büroraum in Landau werde ich behalten. Das ist absolut üblich und notwendig: Mein Wahlkreisbüro vor Ort muss auch dann erreichbar sein, wenn ich gerade in Berlin bin.
Melanie Jäger: Wie funktioniert das dann?
Thomas Gebhart: Das funktioniert ganz ähnlich wie jetzt mit Mainz: ein paar Tage in der Woche bin ich in Mainz, an den anderen arbeite ich hier. Der Weg nach Berlin ist zwar ein bisschen weiter, aber das Prinzip ist ganz ähnlich. Mein Zuhause ist und bleibt Jockgrim und die Südpfalz.
Melanie Jäger: Was gefällt Dir so an der Südpfalz?
Thomas Gebhart: Wo soll ich da anfangen? Die Mentalität der Menschen hier: offen und freundlich, herzlich und humorvoll, bodenständig und dabei weltoffen. Die Gegend: sie sieht wunderbar aus und bringt wunderbar leckere Sachen hervor, Wein, Obst, Spargel, ich zähle jetzt aber nicht alles auf. Andere kommen hierher, um Urlaub zu machen. Wir haben das Privileg, hier zu leben und die hohe Lebensqualität zu genießen. Für diese Menschen, für diese Region möchte ich mich einsetzen. Das ist meine Heimat.
Melanie Jäger: Berlin ist da ganz anders…
Thomas Gebhart: Sicher unterscheidet sich die Großstadt Berlin erheblich von der ländlichen Südpfalz. Aber dieses Kontrastprogramm, das Pendeln zwischen Südpfalz und Berlin, ist auch sehr reizvoll. Ganz neu wird das Leben in der Großstadt für mich auch nicht sein. Während meines Studiums habe ich ein ganzes Jahr in Birmingham gelebt und studiert, immerhin ist das die zweitgrößte Stadt Englands.
Melanie Jäger: Hochrangigen Politikern wird gerne mal übersteigertes Machtstreben, Selbstüberschätzung und eigennützige Profitgier nachgesagt. Ein Thema, wenn Du nach Berlin gehst?
Thomas Gebhart: Ein sehr unerquickliches Thema… Ja, klar gibt es die, Politiker, die Luftschlösser versprechen. Oder solche, die, wie man hier in der Pfalz sagt, „Wasser predigen und Wein saufen“. Aber das ist nicht meine Art. Ich habe immer auf Ehrlichkeit und Verlässlichkeit gesetzt, und damit bin ich gut gefahren. Ich stehe für eine ehrliche Politik ohne Show, es geht mir um die Menschen und um die Sache. Von diesem Anspruch werde ich auch in Berlin nicht abrücken. Das sind schließlich Werte.
Melanie Jäger: Was machst Du eigentlich, wenn Du Dich nicht mit Politik beschäftigst?
Thomas Gebhart: Im Moment kommt das eher selten vor…ich gehe gerne im Bienwald Laufen, früher habe ich im Verein Tischtennis gespielt. Dazu fehlt mir jetzt leider meistens die Zeit.
Melanie Jäger: Vielen Dank für das offene Gespräch. Wir wünschen Dir viel Erfolg für die Bundestagswahl am 27. September.
Das Gespräch mit Dr. Thomas Gebhart führte Melanie Jäger, 27, Lehrerin, vom CDU Ortsverband Jockgrim. |